Gerhard Eder: Über Fachkräftemangel beklagen sich vor allem jene, die jahrelang untätig waren
Prüm-Weinsheim. Gerhard Eder, geschäftsführender Werksleiter der Andreas Stihl AG & Co. KG Magnesium Druckguss hat in einem Gespräch mit der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin Eveline Lemke zum Fachkräftemangel Stellung bezogen. Er sagte: "Heute beklagen sich vor allem jene über Fachkräftemangel, die jahrelang untätig waren." Eder ist auch Vorstandsvorsitzender des Arbeitgeberverbandes vem.die arbeitgeber.
Das STIHL Magnesium Druckguss Werk in Prüm-Weinsheim verspüre keinen Mangel an Bewerbern für die angebotenen Ausbildungsplätze oder Fachkräftestellen wie Ingenieur oder Facharbeiter. Als man 1971 mit dem Werk in Prüm-Weinsheim begann, habe es keine spezialisierten Fachkräfte in der Region gegeben. Man habe alle Fachkräfte selbst ausgebildet. Und seit Beginn der Geschichte Stihls in der Eifel habe man intensiv um den Nachwuchs geworben. Stihl in Prüm-Weinsheim habe immer schon den Nachteil gehabt, dass die Gießereibranche eher als unattraktiv, weil schmutzig, laut und schlecht bezahlt galt. Dass alle drei Vorurteile falsch sind, habe sich mittlerweile in der Region herumgesprochen.
Die Azubis des STIHL Werkes in Prüm-Weinsheim werben regelmäßig in den Schulen und auf Veranstaltungen für Ihre Ausbildungsplätze. Sie zeigen den Jugendlichen auf Augenhöhe in den Schulen die Chancen auf, die eine Ausbildung bei STIHL bietet.
Bei der Betriebsbesichtigung mit der Ministerin Eveline Lemke und beim vorgeschalteten Gespräch erläuterte Gerhard Eder auch die Sorgen des Prümer Unternehmens. Für das Prümer Werk, das nach 70 Millionen € Umsatz im Jahre 2009 bereits 2011 95 Millionen € Umsatz erzielte, ist der sichere und bezahlbare Einsatz von Energie eines der Sorgenkinder. STIHL in Prüm-Weinsheim benötigt rund 19 Millionen kWh Strom pro Jahr und rund 23 Millionen kWh Gas pro Jahr. Kritisch und teuer sei für das Unternehmen die gelegentlich nicht vorhandene Netzstabilität. Kleinste Unterbrechungen in der Stromversorgung bzw. Schwankungen führten bei im Einsatz befindlichen Maschinen und Werkzeugen automatisch zu Schäden in Höhe von mehreren Tausend Euro. Pufferungs- bzw. Speichersysteme für diese große Menge Strom, die bei STIHL kontinuierlich verbraucht wird, sind technisch derzeit noch nicht machbar.
Ministerin Eveline Lemke versprach, sich für die Netzstabilität einzusetzen. Sie zeigte sich befriedigt darüber, dass bei STIHL auch Energieeinsparung ein großes Thema ist. Im Jahre 2009 wurden noch rund 50 kW Strom pro Maschinenstunde verbraucht, heute sind es nur noch ca. 40 kW. Das Magnesium Druckguss Werk investierte zudem in eine energiesparsame Beleuchtung bei gleichzeitiger Lichtverbesserung. An mehreren Stellen in der Produktion wurden durch Optimierungen und Investitionen große Energieeinsparmöglichkeiten genutzt. Relativ früh hatte STIHL in Prüm-Weinsheim ein Energiemanagementsystem nach den DIN 50001 eingeführt.

Gerhard Eder erläutert Ministerin Eveline Lemke an einem Werkstück die speziellen Vorteile der Magnesium-Druckguss-Technik.
Foto: Siegbert Pinger











